Juniorprofessur für Entrepreneurship

Entrepreneurship Education

Entrepreneurship Education (Gründungsausbildung) zielt darauf ab, Individuen unterschiedlicher Herkunft für das Unternehmertum zu sensibilisieren und zu begeistern, welches sich mittel- bis langfristig positiv auf deren Gründungsneigung und deren tatsächliches unternehmerisches Verhalten auswirken soll. Dieser Ansatz geht davon aus, dass unternehmerische Kompetenzen und eine positive Einstellung zum Unternehmertum erlernbar sind und widerspricht damit der früher verbreiteten Ansicht, dass unternehmerisches Verhalten angeboren ist. Hinsichtlich der Effektivität von Gründungsausbildung zeigt die Forschung allerdings ein uneinheitliches und widersprüchliches Bild, das die Annahme der Erlernbarkeit unternehmerischer Fähigkeiten nur bedingt stützt. Metaanalysen deuten darauf hin, dass die unterschiedlichen empirischen Befunde aus einer unzureichenden Berücksichtigung situativer Faktoren sowie auch methodologischen Aspekten resultieren können.

Forschungsprojekt: “Social Entrepreneurship Education in Secondary Schools” (SEEd)

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern unternehmerisches Denken und Handeln bereits in der Schulzeit erzeugt und verstärkt werden kann. Im Fokus steht hierbei die Entwicklung sozialer unternehmerischer Lösungen, also wirtschaftlich tragfähiger Konzepte, die primär einen gesellschaftlichen Beitrag leisten wollen und Gewinnziele eine untergeordnete Rolle spielen. Unter Berücksichtigung personeller, kontextbezogener und methodisch-didaktischer Einflüsse wird analysiert, ob und unter welchen Bedingungen Schulungsmaßnahmen förderlich für die Schaffung bzw. den Ausbau einer sozialen Gründungsneigung sind.

Projektförderung duch die Joachim Herz Stiftung (2015-2017)

Forschungsprojekt: “Drivers and Barriers of Interdisciplinary Entrepreneurship Education”

Studierende unterschiedlicher Disziplinen weisen unterschiedliche Denk- und Handlungsmuster auf, die in unterschiedlichen Einstellungen, Normen und Werten begründet sind. In dem Forschungsprojekt wird untersucht, welche Faktoren die Gründungsneigung von Studierenden aus unterschiedlichen Fachrichtungen fördern bzw. hemmen. Darüber hinaus werden potentielle Einflüsse, die sich aus unterschiedlichen methodisch-didaktischen Lehrformaten ergeben, analysiert.

Forschungsprojekt: “Entrepreneurship Education in Developing Countries"

Ausgehend von der Annahme, dass Entwicklungsländer ihre wirtschaftliche Entwicklung stärker eigenständig mitgestalten müssen, nehmen Unternehmensgründungen als Motor des wirtschaftlichen Strukturwandels eine tragende Rolle ein. Während die Gründungsausbildung in den westlichen Industrieländern mittlerweile übergreifend an Hochschulen verankert ist, hat das Thema im Entwicklungskontext bisher nur vereinzelt Einzug gehalten. Personenbezogene Unterschiede (z.B. Normen und Werte) sowie auch unterschiedliche ökonomische und politisch-rechtliche Rahmenbedingungen (z.B. wirtschaftliche Freiheit, Korruption) führen dazu, dass Gründer in Entwicklungsländern erheblich höhere Barrieren bei dem Weg in die Selbständigkeit überwinden müssen. Fraglich ist, inwiefern und unter welchen Bedingungen die Gründungsausbildung zu einem Abbau der Barrieren und einer Steigerung der Gründungsaktivität beitragen kann. Diese Fragen werden in einer Längsschnittstudie am Beispiel von Studierenden in Uganda empirisch untersucht.